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Psychodynamisch-dialektische Psychologie Persönlichkeitsentwicklung ist ein Ergebnis von Auseinandersetzung und Kompromissen zwischen den gegenläufigen Bedürfnissen, Einstellungen, Gedanken und Gefühlen sowie Lebensanforderungen. Die Spannungen zwischen Polaritäten sind eine Quelle innerer und äußerer Konflikte und Entwicklung. Die Balance, die individuelle Findung der "Goldenen Mitte" ist ein Schlüssel der Empfindung seelischer Harmonie und Einklang mit der Umgebung. Daher sind unsere persönlichen Eigenschaften keine Konstanten, sondern psychodynamische Konstrukte, die eine Tendenz und permanente Veränderungen aufzeichnen. Praktische Umsetzung: neben Persönlichkeitsinventaren werden psychodynamische und tiefenpsychologische Verfahren angewandt, die sich nicht auf feste Eigen-schaften beziehen, sondern Spannungsfelder, Widersprüche, Konflikte und Entwicklungspotenziale offenbaren (z. B. TAT, Rorschach, Symbolon-Methode®, kunsttherapeutische und künstlerische Verfahren). Psychoanalyse und Tiefenpsychologie
Die Weltwahrnehmung der Menschen, die Manifestation seiner Gedanken und Gefühle, die entsprechenden Verhaltensweisen und die Kommunikationsgestaltung sind ein Zusammenspiel von bewussten und unbewussten Inhalten, Prozessen und Konflikten. Das erfolgreiche und glückliche Leben kann man durch das Verständnis und die emotionale Verarbeitung der psychodynamischen Grundlagen der Bedürfnisse und Konflikte erreichen. Die freigesetzte Energie, die man früher für den Kampf mit sich selbst und mit der Umgebung verschwendet hat, wird für die weitere Entwicklung und die Fähigkeit, das Leben zu genießen, umgewandelt. Praktische Umsetzung: es wird keine klassische Psychoanalyse nach S. Freud oder seinen Nachfolgern angewandt. Allerdings wird die Bereitschaft erwartet, sowohl mit den bewussten und als auch den unbewussten Inhalten und Prozessen zu arbeiten, mit Hilfe von Symbolik, Bildern und anderen gestalterischen Techniken. Das Ziel der Beratung ist es, die unbewussten Inhalte bewusst zu machen, die innere Dynamik und Konflikte aufzuzeigen und für die Persönlichkeitsentwicklung einzusetzen. Kunstpsychologie und Therapie
Kunsttherapeutische und künstlerische Methoden werden als psychodynamische Medien und indirekte Mittel für die Ausdruckweise der inneren Welt des Menschen sowie als Entwicklungsinstrumente verstanden. Die visualisierten bzw. „gesehenen“ oder gezeichneten Gedanken und Gefühle werden mehr zugänglich für die Wahrnehmung, besser nachvollziehbar für den Verstand und praktisch greifbar für Veränderungen. Praktische Umsetzung: Anwendung der Rezeption und Interpretation von Kunstwerken, zeichnerischer Verfahren und gestalterischer Techniken zur Persönlichkeitsanalyse und Entwicklung. Gestalttheorie
Nach der Gestalttheorie betrachtet man das menschliche Leben und das Erleben als eine "Ganzheit", die auf einer bestimmten Anordnung der ihr zugrunde liegenden Gegebenheiten beruht, wobei diese Gegebenheiten als "Glieder" mit dem "Ganzen" in der Beziehung wechselseitiger Bedingtheit stehen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Wahrnehmung von Melodie, die eine solche Gestaltqualität hat. Die Töne als Elemente der Melodie könnten durch ganz andere Töne ersetzt werden. Es wäre dennoch dieselbe Melodie, wenn nur die Anordnungsbeziehung zwischen den Tönen erhalten bliebe. Die Gestaltungsgesetze funktionieren auch beim Denken und Fühlen, in Kommunikation und Verhalten sowie in der gesamten Lebensgestaltung. Die Zusammensetzung einzelner Elemente der Gestalt ist einzigartig und hat eine bestimmte Wirkung. Die Ordnungsänderung kann als Disharmonie wahrgenommen werden wie Chaos in der Wohnung bei einem Umzug. So erlebt man Beziehungsproblematik, Arbeitskonflikte und Lebenskrisen. Praktische Umsetzung: Unter Berücksichtigung der Umgebungsfaktoren und sozialer Strukturen sowie der Anwendung künstlerischer und kunsttherapeutischer Methoden werden aktuelle und erwünschte Gestalten (Lebens- und Beziehungsformen) skizziert. Fehlende Elemente (Aspekte) und Konfliktdynamik werden identifiziert und eine Änderungsrichtung vorgeschlagen. Psychologische Morphologie
Psychologische Morphologie vereinigt gestalttheoretische und tiefenpsychologische Sichtweisen. Das Hauptthema ist das Spannungsfeld zwischen den unendlichen Möglichkeiten und der Notwendigkeit einer festen Gestalt (Abgrenzung). Das seelische Leben sollte nicht auf Kommunikation, Kognition oder Triebe reduziert werden. Man muss bewusste und unbewusste Paradoxe, das Unvernünftige beachten – Gegenläufige Tendenzen, z. B. das Streben, eine Gestalt zu halten und sich gleichzeitig zu entwickeln. Dieses unmögliche Ziel treibt den Menschen an. Darüber hinaus darf man das seelische Leben als ständige Gestaltung und Umgestaltung verstehen, Festigung und Entwicklung in einem kulturbezogenen Kontext. Praktische Umsetzung (in Kooperation mit den Vertretern der Richtung): Die zentrale Aufgabe der Beratung ist es, den Menschen Hilfe zu leisten, ihre grenzenlose Bewegtheit in stabile Formen zu bringen (in Kulturen, Symbolen, Produkten). Es werden Kunstwerke und Märchen als Beispiele der Gestaltung und ein Projektionsmittel für menschliche Probleme verwendet. Anhand des tiefen Interviews werden aktuelle Themen angesprochen und mögliche Lösungswege erarbeitet.
Systemische Theorie
Systemische Sichtweise: Der Mensch ist selbst ein Mikrokosmos, der in andere Metasysteme eingebettet ist - Makrokosmos, die Weltwahrnehmung der Menschen ist zum größten Teil subjektiv und ein Ergebnis der ganz individuellen einzigartigen Konstruktion. Die Änderungen eines Teils des Systems (Menschen, Beziehungen, Umgebung) ruft Änderungen des ganzen Systems ab und verursacht Spannungen und Konflikte. Praktische Umsetzung: Es ist wichtig, die individuellen Konstruktionen zu entdecken und die relative Anpassung an entsprechende Metasystemebenen zu erreichen (familiärer, gesellschaftlicher, kultureller Kontext). Die systemischen Techniken werden in der Beratung angewendet (zirkuläre Fragen, Systemvisualisierung, Symbole und Metapher, Rollentausch usw.)
Humanistische Psychologie
Die wichtigsten Werte humanistischer Psychologie sind der Glaube an die inneren Kräfte der Menschen und die Fähigkeit zur Selbstheilung, Respekt und Akzeptanz der Persönlichkeit und ihrer Lebenserfahrung, der empathische Zugang zur Sichtweise und Gefühlswelt der Klienten. Praktische Umsetzung: bei der clientzentrierten Gesprächsführung steht der Klient und seine innere Welt, Werte, Gefühle und Gedanken sowie seine Lebensgeschichte im Mittelpunkt des Beratungsprozesses. Die Aufgabe des Beraters ist die Begleitung und Unterstützung des Klienten auf dem Weg zur Selbsterkenntnis und Entwicklung. Phänomenologie
Der phänomenologische Zugang erfordert eine möglichst offene, unvoreingenommene und ganzheitliche Wahrnehmung des menschlichen Verhaltens, Abstand von Vorurteilen und Stereotypen. Praktische Umsetzung: das erste Gespräch bezieht sich nicht auf frühere Analysen, Informationen oder Meinungen anderer Experten, sondern auf die aktuelle Mitteilung des Klienten, seiner Erlebnisse und den Gesamteindruck des Beraters.
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