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Dialektisches Weltverständnis

Das Leben ist ein ständiger Kampf und gleichzeitig Vereinigung von Gegensätzen. In der Natur, Gesellschaft und der inneren Welt des Menschen findet permanente Bewegung zwischen Polaritäten und gegenseitigen Tendenzen statt. Einerseits sind diese Widersprüche und Konflikte eine Energiequelle für Entwicklung, andererseits ermöglichen diese Spannungen eine relative Ausbalancierung. Absoluter Stillstand oder ewige Harmonie würden das Ende jeglicher Entwicklung im Leben bedeuten.

Praktische Umsetzung: es ist wichtig, bestehende Methoden weiter zu entwickeln und notwendige Innovationen nicht abzulehnen. Allerdings sollte man nicht voreilig  auf bewährte Vorgehensweisen ganz verzichten oder hinderliche Änderungen annehmen. Hilfreich wäre die Vermeidung theoretischer Extreme und das Streben nach konzeptangemessener Integration unterschiedlicher Ansätze und Methoden.

 

Freiheit von Machtansprüchen

Keine einzelne Theorie kann alleine die ganze Welt erklären, da sie sich oft nur auf einen bestimmten Wissensstand und Bereich bezieht. Auf dieser Basis werden entsprechende Hypothesen formuliert und Beweise gesucht. Daher ist die Wahrnehmungs- und Erklärungsfähigkeit jeder einzelnen wissenschaftlichen Richtung „egozentrisch“ begrenzt und sehr weit von der „letzten“ Wahrheit entfernt. Bei den meisten Streitigkeiten zwischen wissenschaftlichen Schulen geht es in erster Linie um die Macht- und Ressourcenverteilung in der Gesellschaft. Im Tieferen verstehen die Wissenschaftler öfter als sie zugeben würden, dass keiner von ihnen absolutes Recht haben kann...

Praktische Umsetzung: Es ist wichtig, bestimmte Theorien dem Gegenstand bzw. Subjekt und dem Ziel angemessen und korrekt anzuwenden und bei Bedarf in Frage stellen zu können.

 

Offenheit  für das Neue

Wissen wird manchmal geschaffen, ab und zu konserviert, aber es kann nicht ewig endgültig bleiben... Dogmatismus verhindert oft die Entwicklung in der Wissenschaft und Gesellschaft. Bücher und Theorien können wohl eine gute Anregung zum Überlegen und zu Entscheidungen sein, aber manchmal hemmen diese die Gedankenfreiheit und somit selbstständiges Handeln.

Praktische Umsetzung: Es ist wichtig, zentrale Prinzipien von zufälligen Details abzutrennen und das erworbene Wissen nicht zu absolutisieren, sondern kreativ ins Leben umzusetzen.

 

Toleranz und Objektivität

Es gibt keine guten oder schlechten Theorien. Man kann oft bemerken, dass viele auf den ersten Blick widersprüchliche Ansätze dieselben Sachverhalte von verschiedenen Seiten beleuchten und unterschiedliche Aspekte erfassen.

Praktische Umsetzung: Es ist wichtig, sich die Vorteile und Nachteile einer Theorie und deren entsprechenden Methode bewusst zu machen und zu beachten, positive Aspekte angemessen anzuwenden und negative Effekte möglichst niedrig zu halten.

 

Humanistische Einstellung

Der Mensch ist die wertvollste Schöpfung der Natur. Seine Komplexität wird nicht nur durch das Zusammenspiel physiologischer Funktionen und Intellekt bestimmt, sondern auch durch Gefühle, Seelenleben und soziale Identität. Dies macht einen wesentlichen Unterschied zwischen dem Menschen, dem Tier und der Maschine aus.  Daher können rein menschliche Probleme nicht mit biologischen oder mechanistischen Mitteln gelöst werden.

Praktische Umsetzung: Es ist wichtig, die innere Welt und die Umstände zu berücksichtigen, und daher die Einzigartigkeit des Menschen zu akzeptieren und möglichst Einfluss von Klischee-Beurteilungen und  formalen Ratschlägen zu vermeiden. Die Individualität könnte der richtige Schlüssel für das konkrete Problem sein.